Wie beeinflusst derr Löss die Stilistik des Weines?
Der Wein hat eine besonders tiefe Beziehung zu seiner Herkunft. Es gibt wohl kein anderes Lebensmittel, das über die unterschiedlichsten Kultur- und Naturräume hinweg über lange Zeit so viele einzigartige Traditionen und Geschmacksprofile entwickelt hat. Viele Faktoren haben Einfluss auf das Schmeck- und Riechbare im Wein und prägen seinen Ausdruck entscheidend mit. Viele Lebensmittel wollen das nachmachen, aber bis vielleicht auf den Käse hat das keine Kategorie bisher geschafft.
Warum ein Wein so schmeckt wie er schmeckt hat viele Ursachen. Dazu gehören die Rebsorte, die Erziehung, das Jahresklima, das Mikroklima, die Lage, das Händchen des Winzers – Zusammenfassend das „Terroir“. Untersuchungen haben gezeigt, dass in besonderem Maß die unterschiedliche Witterung von Einfluss ist. Je weiter nördlich desto deutlicher. Das ist beim Wein sehr leicht nachprüfbar, der Unterschied zwischen warmen und kalten Herkünften ist mit wenig Training sehr schnell „erkostbar“.
Auf viele der oben genannten Faktoren haben wir direkt Einfluss. Wir können die Rebsorte, die Erziehung und unseren Stil im Keller ziemlich frei ändern. Auf die Faktoren Wetter und Boden haben wir allerdings keinen Einfluss. Das Wetter ändert sich ständig, das Klima ändert sich stetig. Der einzige Faktor auf den wir keinen Einfluss nehmen könne und der eigentlich immer gleich bleibt ist die Lage.
Und um es klar zu sagen, wir wollen eigentlich alles beeinflussen! Darum ist auch beim Wein die Herkunft – im Extremfall die Lage – so wichtig. Sie bildet unser Spielfeld, darauf bauen wir auf.
Unser Spielfeld ist vorwiegend vom Löss geprägt.
Ein Faktor der Lage ist die Geologie und der daraus entstandene Boden. Ein riesiges Thema! Beim Löss ist das mehr oder weniger eine Einheit. Der Löss hat einige Eigenschaften, die sehr starke Auswirkungen haben. Meist ist er in der Schichtung hoch, das heißt das durchwurzelbare Volumen ist groß. Das bringt Vorteile in der Versorgung mit Nährstoffen und Wasser. Sein Gehalt an Humus ist allerdings gering, das relativiert den Vorteil wieder etwas. In Summe bringt eine gute Versorgung mehr Extrakt.
Ein anderer wesentlicher Aspekt ist sein hoher Gehalt an Kalk. Bei uns sind das etwa 30 %. Das wirkt sich auf die eingeschränkte Auswahl an Unterlagssorten aus, mit all ihren unterschiedlichen Eigenschaften. Manche Edelsorten bringen besonders gute Qualitäten. Das sagt man besonders vom Grünen Veltliner. Der hohe Kalk-Gehalt beeinflusst den Wein ebenfalls eher in Richtung (höheres) Volumen. Der Wein wirkt runder und die Frucht reifer, aber weniger primär. Die Säure ist meist geringer und auch bei leichten Weinen nie störend hoch. Kalk wird als Boden in der Weinwelt sehr hochgeschätzt.
Die zweite (oder besser die dritte) Dimension der Lage ist die Geografie. Hier meinen wir die Ausrichtung zu Sonne, das Mikroklima, das Gefälle…. Hier ist aber wirklich jede Parzelle etwas anders.
Bezüglich der Lagerfähigkeit glaube ich, dass andere Faktoren wichtiger sind als der Boden: die Reife und die Weinwerdung. Aber das ist anderes Thema.

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